Plaudereien rund um die WM

  • Das ist aber nur die halbe Wahrheit und damit eine sehr selektive Argumentation. Der Begriff wurde historisch, wie gesagt, genauso von links und gegen die Nazis verwendet.

    "Muss denn so was wirklich sein? / Ist das Leben nicht viel zu schön? / Sich selber so wegzuschmeißen / und zum FC Bayern zu gehen! / Was für Eltern muss man haben, / um so verdorben zu sein, / einen Vertrag zu unterschreiben / bei diesem Scheissverein?"

  • Lügenpresse war eines der Schlagworte von Göbbels. “Lediglich die letzten Jahre“ ist so nicht richtig. Irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg ist das Wort im Hintergrund verstaubt, aber die AfD hat es wieder entstaubt.


    Geprägt wurde der Begriff bereits im 1. Weltkrieg.

    Muss ich das beim Schreiben alles parat haben? Kann ich kaum glauben, denn dann würde ich mich direkt abmelden!


    Ina, ich hatte das schon mal geschrieben:
    Wenn ich im Zuge eines chemischen Experiments von "Begasung" spreche, dann wird mir doch wohl hoffentlich keiner daraus einen Strick drehen, komisch gucken und mich an Auschwitz erinnern, oder?!


    Wo ist denn deiner Meinung nach die Grenze, was Mann/Frau wissen sollte, um es nicht falsch zu verwenden und wo ist Unwissen akzeptabel?
    Ich finde das ganz schwierig!


    Ich möchte hier gut schreiben, ja!
    Aber ich möchte nicht perfekt sein, das wäre mir der Mehraufwand nicht wert.

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  • Rotti, ich sehe es nicht so kompliziert wie Du. Jede/r schreibt so wie er will, kann und mag. Das führte zu keinen Sanktionen oder Sonstigem. Gleichwohl finde ich es nicht verkehrt, wenn wir bei (persönlichen) Störgefühlen darüber schreiben und uns austauschen. Ob das zu einer Änderung im Stil des Gegenübers führt, ist dabei sekundär, aber als Anregung vielleicht nicht so verkehrt. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass diese Diskussion hier bei nächster Gelegenheit - wenn das Wort Lügenpresse genutzt werden soll - einen Prozess des Überlegens anstößt.

  • Weil die Diskussion so heiss geführt wird, habe ich interessehalber die Herkunft des Begriffs mal kurz nachgesucht.


    In der Märzrevolution 1848 haben katholische Kreise das Wort "Lügenpresse" entgegen der aufkeimenden liberalen Presse genutzt. Im ersten Weltkrieg haben deutsche Intellektuelle und Journalisten den Begriff gegenüber vermeintlicher "Feindes-Propaganda" genutzt. Nach dem ersten Weltkrieg sprachen deutschsprachige Marxisten von der "bürgerlichen Lügenpresse".


    Zumindest historisch ist also die Zuordnung des Begriffs an ein spezielles Lager unzutreffend. Historisch ist es ein neutraler Begriff.

  • Gleichwohl finde ich es nicht verkehrt, wenn wir bei (persönlichen) Störgefühlen darüber schreiben und uns austauschen. Ob das zu einer Änderung im Stil des Gegenübers führt, ist dabei sekundär, aber als Anregung vielleicht nicht so verkehrt.

    Ahhh, OK!
    Ja, das hört sich gut an :thumbup:

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  • Also ganz ehrlich, langsam nimmt die Diskussion eine recht eigenartige Richtung. Man könnte fast sagen es wird bizarr um es mal extra überspitzt auszudrücken.


    In den letzten Tagen kam irgendwo der Begriff "Sprachpolizei" auf, soweit sind wir beileibe nicht. Aber wenn wir uns wirklich jedes Wort überlegen müssen dass in der Vergangenheit in einem bestimmten Kontext stand tötet das jede gehaltvolle Diskussion. Ina, du hast ja selbst festgestellt dass der Verlauf speziell DIESER Diskussion einen fast vorbildlichen Verlauf genommen hat. Keine Anfeindungen, eine sehr angenehme Ausdrucksweise, etwas dass im social media Bereich und auch in anderen Foren weißgott nicht selbstverständlich ist. Es ist emotional, ja. Das ist ganz einfach auch dem Thema geschuldet.


    Wenn wir aber jetzt anfangen unsere Formulierungen daraufhin abzuklopfen dass der herauskommende Satz übertrieben gesagt "chemisch rein" daher kommt bin ich bei Rotti und würde mich abmelden. Ich denke wir pflegen hier einen wirklich guten Schreibstil, darüber wacht ihr als Admins und ich denke ihr müsst sehr selten eingreifen. Von daher wäre es aus meiner Sicht nicht gut wenn wir jetzt krampfhaft versuchen gewisse Worte zu vermeiden nur weil ihre Bedeutung nicht 1000%ig unbelastet ist.



    "Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand,das Außergewöhnliche jedoch ihren Wert!"


    Oscar Wilde

  • Von daher wäre es aus meiner Sicht nicht gut wenn wir jetzt krampfhaft versuchen gewisse Worte zu vermeiden nur weil ihre Bedeutung nicht 1000%ig unbelastet ist.

    Das war auch mein Anliegen, Micha.
    Ina hat sich weiter oben dazu ganz gut geäußert, finde ich ;-)


    Aber ja, dabei würde sehr viel kaputt gehen.

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  • Nur um das klarzustellen. Ich will hier weder als "Sprachpolizei" auftreten, noch irgendwem den Mund verbieten. Ich hatte aus einem ganz bestimmten Grund, ein Problem mit "einem" Wort. Ich habe darauf hingewiesen, warum ich es problematisch finde. Ich möchte damit niemanden mundtot machen, noch jemanden in eine Ecke drängen. Ich verlange auch von niemandem, dass er die Hintergründe von jedem Wort kennt. Ich habe nur etwas kritisiert, was mir persönlich wichtig ist. Dazu stehe ich und in dem Punkt werde ich mich auch nicht verbiegen. Wenn ich es damit mal übertreibe, dann tut es mir leid. Das merke ich leider häufig auch erst hinterher, wenn die Diskussion dann schon längst aus dem Ruder gelaufen ist. Mir wird vorgeschlagen, dass ich doch mal etwas gelassener sein sollte. Das werde ich versuchen zu beherzigen. Andersherum wäre es aber auch schön, wenn meine Beiträge nicht gleich immer als persönlicher Angriff gewertet werden oder als Versuch jemanden zu diskreditieren oder mundtot zu machen. Ich wollte lediglich zum Nachdenken anregen. Ob man das annimmt oder nicht, kann ich doch nur jedem selbst überlassen.

    Jeder Mensch mit einer neuen Idee ist ein Spinner, bis die Idee Erfolg hat.
    ---- Mark Twain ----

  • Das kann man als gutes Schlußwort zu dem Thema stehen lassen Stefan. Es ist ja tatsächlich ohne persönliche Beleidigungen und Anfeindungen abgegangen, und das bei so einem emotionsgeladenem Thema, kriegt nicht jeder so hin!
    Wir haben unserer Meinungen nach bestem Wissen und Gewissen ausgetauscht und jeder wird glaub ich jetzt wissen wie die verschiedenen Teilnehmer an der Diskussion ticken. Ich würde auch denken dass hier keiner als "Verlierer" oder "Unterlegener" raus geht, jeder hat für sich was mitnehmen können was zum Nachdenken anregt, egal ob man das zugeben will oder nicht. Das muss dann jeder mit sich selbst ausmachen.
    Ich für mich ziehe dann echt unter diesem Thema den Schlußstrich. Alles ist gut und nun geht's wieder um sportliche Belange.


    Danke allen die sich beteiligt haben. :-)



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    Oscar Wilde

  • Nach Hoeneß tritt jetzt auch Rummenigge noch mal auf Özil ein. Das finde ich erbärmlich. Was soll das bitte? Ist ja widerlich, wie man sich in München daran aufgeilt. <X


    Zitat

    Rummenigge: „Bitte: Er ist doch nicht kritisiert worden, weil er türkischer Abstammung ist. Das ist eine Fabel, die von seinen Beratern erzählt wird. Das geht mir ohnehin zunehmend auf die Nerven: Die Berater geben heute immer mehr die Statements und die Interviews. Das ist teilweise wie Märchenstunde.“


    Zitat

    „Das war nie ein Spieler, mit dem wir uns auch nur zu einem Prozent beschäftigt haben. Nie! Wenn wir in London gespielt haben, hat Uli immer gesagt: ‚Hoffentlich spielt der heute‘.“


    Quelle: SportBild

  • Nur getroffene Hunde bellen...


    Vor allem wenn sie so laut sind.


    Ziemlich schäbig, frag mich auch was das soll? Die Führungsriege der Bayern tut so, als wären die irgendwie von Özil schwerst beleidigt worden.

  • Dass die sich ohne jegliche Not, weil eigentlich frei von Involviertheit, so dermaßen auf dieses Thema einschießen, ist in der Tat äußerst merkwürdig. Ich frage mich, ob da einfach die kleingeistige Gesinnung dieser widerwärtigen Säcke zum Tragen kommt oder ob noch was anderes dahinter steckt.

    "Muss denn so was wirklich sein? / Ist das Leben nicht viel zu schön? / Sich selber so wegzuschmeißen / und zum FC Bayern zu gehen! / Was für Eltern muss man haben, / um so verdorben zu sein, / einen Vertrag zu unterschreiben / bei diesem Scheissverein?"

  • Dass die sich ohne jegliche Not, weil eigentlich frei von Involviertheit, so dermaßen auf dieses Thema einschießen, ist in der Tat äußerst merkwürdig. Ich frage mich, ob da einfach die kleingeistige Gesinnung dieser widerwärtigen Säcke zum Tragen kommt oder ob noch was anderes dahinter steckt.


    Ist halt Kalle "NixImKopp" Rummenigge. Leider findet sich immer einer, der sich Journalist schimpft, der ihm ein Mikrofon unter die Nase hält, wenn er den Mund auf macht.


    Ich finde es imemr "großartig", wenn sich Leute zu dem Thema äussern, die es nie an der eigenen Haut erfahren haben. Der gute Dieter Nuhr Spruch sollte hier Grundsatz sein für alle: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!"

    Die Grobheit besiegt jedes Argument und verscheucht allen Geist.
    -- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph