Ein perfekter BVB-Tag ...

..., war das gestern. Nach einem Kartenspielabend mit Freunden am Freitag, was das Wochenende schon mal gefühlt um einen Tag verlängert, klingelt Samstach Vormittag das Telefon.


Im Display 0231... - ooohhh: DOrtmund! Schnell rangeh'n. Hoffentlich isser noch dran ... ja!


"Hömma, hasse schon geseh'n, dass unser Film heute Abend in Berlin läuft?"


"Wa?"


"Na der Jacobi-Film, wosse letzte Woche in Dortmund nich' dabei wars!"


Ja, stimmt. Das war vielleicht blöd: Einladung zur Premiere gehabt, sogar zum Kölle-Spiel in DO gewesen, musste aber abreisen 2 Stunden, bevor sich der Vorhang hob.


"Echt?"


"Ja - da is' so'n Fußball-Film-Festival. Heißt 11mm. In so'm Kultkino in Berlin - Babylon oder so."


Tatsächlich! War mir durchgerutscht. Natürlich kenne ich das Festival, eigentlich. Findet gerade schon zum 12. mal statt. Aber dass die direkt "Am Borsigplatz geboren - Franz Jacobi und die Wiege des BVB" auf'm Plakat haben, war mir entgangen.


"Danke für den Tipp. Rerservier' mir gleich 'ne Katte. Ach - und schönes Spiel heute!"


So "schön" war das Spiel ja dann nicht, aber: erfolgreich! In der Hinrunde hätten wir vergleichbares vermutlich "unglücklich" verloren ... Das Spiel hab' ich dann gemeinsam mit Heinz, unserem Foren-"Philippino" (cebu), verfolgt.


Nun also - ab in die nächtliche city. Das Kino war gut besucht. Unter den Zuschauern etliche eindeutig gewandete, ein paar von ihnen direkt aus Hannover eingetroffen. So auch die Filmemacher Jan-Henrik Gruszecki, Marc Mauricius Quambusch und Gregor Schnittker


Sie haben den Film richtig gut gemacht. Er erklärt überzeugend und noch dazu in sehr schönen Bildern, warum so etwas wie der BVB während der Industrialisierung in der Region entstehen musste und - indirekt, warum es während der "Entindustrialisierung" ein 3/4 Jahrhundert später - als ziemlich einziges - Bestand haben musste. Und bis heute hat. Es ist der gleiche Ansatz, den in einer langen Herbstnacht 2003 mein BVB-Missionar, ohne den Ihr mich hier nicht ertragen müsstet, hatte. Es muss was dran sein!


Nach der Vorführung standen die drei noch für ein paar Statements und auch Anekdoten auf der Bühne. Und noch jemand: Marco Hagemann. Dass der BVB-Fan ist, habe ich während seiner Arbeit als Kommentator bei sport1, sky und RTL nie bemerkt - so geht professioneller Journalismus.


Kurz vor dem Gehen traf ich an der Einwurfbox für Abstimmkarten noch Jan-Henrik und sprach ihn an. Small talk, dies und das und - eine sehr interessante Überlegung: "Weißt Du," sagte er, "als BVB-Fans reden wir ja immer vom Westfalenstadion und haben uns mehr als einmal über den an SI verkauften Namen aufgeregt. Die Arbeit am Film hat mich nachdenklich gemacht. Ich hatte mit ganz viel fremdem Geld, Eurem Geld, zu tun und spürte große Verantwortung, ganz tief. Wir werden natürlich weiterhin WS sagen, aber ich bestimmt nicht mehr über Watzkes Verteidigung des SI-Engagements meckern."


Die DVD wird ja bald erscheinen, aber ich empfehle jedem, wenn es geht, den Film zuerst im Kino zu sehen. Es gab hier im Babylon bei der erst zweiten öffentlichen Aufführung keine Standing Ovations wie bei der Premiere in Dortmund, aber sehr deutlichen Beifall von offensichtlich nicht nur BVB- sondern einfach Fußball-Fans. Das wurde der Sache gerecht.


Zurück in die Nacht mit leichtem Schneefall zum Frühlingsanfang versank ich in der S-Bahn in ein leichtes Grinsen*. Hervorgerufen durch das schöne Erlebnis gerade, unser Zitter-Ergebnis vom Nachmittag, den Endstand aus der Turnhalle und die Vorfreude auf Ostern im TEMPEL.


Ein perfekter BVB-Tag eben.


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* Und wusste noch nicht mal, dass die Fohlen
noch ein Sahnehäubchen draufsetzen würden.

Kommentare 1

  • Hallo Uwe vielen Dank für die Eindrücke Deines perfekten BVB-Tages. Schön das es mit Deiner Premiere dann in Berlin doch geklappt hat. Die Vorfreude auf die DVD wird immer größer. Gruß Ralf.