A Tribute to Erling Haaland

Ich hatte mit den Jungmillionären abgeschlossen. Die Götzes, Kagawas, Sahins und Lewandowskis dieser Welt hatten unsere „Young Guns“ gesprengt und schmählich im Stich gelassen. Der Kindergarten, der durch die Liga genagelt ist, wurde abgewickelt. Letztlich eine Entwicklung, die unser Versprechen in eine goldene Zukunft jäh beendete und in aller Konsequenz zur Demission von Jürgen Klopp, dem großartigsten Trainer der Dortmunder Vereinsgeschichte, führte.

Ja, ich habe das den Spielern übelgenommen. Denen die unser Projekt verraten haben und denen, die durch ihre mangelnden Leistungen Klopp den Kopf kosteten. Seitdem habe ich Spieler nur noch als Angestellte von Borussia Dortmund gesehen, die gefälligst ihren Job zu machen haben. Und oft genug wurde ich in meiner Einschätzung des seelenlosen Söldners bestätigt.


Tja, und dann kam ein 19jähriger, blonder Norweger und ich muss gestehen, ich bin schockverliebt. Es sind nicht nur die Tore, es ist seine Art des Spiels, die mich begeistert. Diese körperliche Robustheit, gepaart mit technischer Finesse, Coolness und einem unbändigen Siegeswillen. Wenn sich jemand über eine vergebene Torchance ärgert, nachdem er 4 Tore geschossen hat, ist das ein Zeichen der Mentalität, die der Mannschaft häufig abgeht. Zudem habe ich nie das Gefühl, dass er nur dafür spielt, um Zaubertricks vorzuführen (hallo, Jadon), sondern einfach um „das Runde in das Eckige“ zu zimmern. Diese Geradlinigkeit spiegelt sich auch neben dem Platz wider. Der Junge, so scheint es mir, ist vollkommen klar im Kopf und legt keinen Wert auf die Mätzchen der Altersgenossen. Auch seine einsilbigen Antworten auf dusselige Reporterfragen, machen in mir hochsympathisch.


Bevor jetzt kommt „hör auf zu träumen“ – ja, ich weiß, dass auch Erling einen stringenten Karriereplan verfolgt und seine Zeit bei Borussia Dortmund nur ein Intermezzo auf dem Weg zum Weltfußballer sein wird. Aber Erling ist einer, der einen endlich wieder träumen lässt. Vielleicht hilft er uns auf dem Weg zum nächsten Titel. Und wenn schon Kevin sagt, dass Erling ein Spieler ist mit dem man sich mal wieder identifizieren kann, wer bin ich ihm zu widersprechen? Und sollte er eines Tages den „ballon d’or“ in Händen halten, werde ich voller Stolz sagen „Hey, der hat mal beim BVB gespielt“. Aber bis dahin ist noch Zeit und ich hoffe, er wird noch ein ums andere Mal die gegnerischen Verteidiger an die Wand nageln und Nobby ins Mikro schreien: „Torschütze der Spieler mit der Nummer 9, Öööööööhrling …….“


THE SITH CODE

Peace is a lie, there is only passion.

Through passion, I gain strength.

Through strength, I gain power.

Through power, I gain victory.

Through victory, my chains are broken.

The Force shall free me.

Kommentare 4

  • Da ist was wahres dran. Ööörling hat auch bei mir den Hauch von Magie zurückgebracht. Allerdings war ich nie so kalt unseren Spielern gegenüber.

  • Also in weiten Teilen bin ich bei Dir, aber.....
    Ich kaufe Dir keine Sekunde ab, dass Du die Spieler seit 2015 nur noch als Angestellte gesehen hast. Dazu bist Du zuwenig verkopft und viel zu sehr BVB-Fan, als dass Du es so cool sehen würdest. Dazu regst Du Dich auch viel zu sehr auf, wenn sie ihren Hintern nicht bewegen und jubelst zu laut, wenn sie grandios spielen. Never, Björn, glaube ich Dir das. :P


    Ich bin allerdings richtig bei Dir, wenn es um den Begriff "schockverliebt" in Bezug auf Erling geht. Genau dieses Wort ist mir gestern Abend durch den Kopf geschossen! Und ja, man darf wieder träumen. So ein bisschen. Vielleicht auch von Schalen und Pötten. ;)

    • Ist vielleicht ein wenig drastisch ausgedrückt, aber mein Verhältnis zu den Spielern hat sich merklich abgekühlt. Dafür waren die Enttäuschungen in der Vergangenheit doch zu groß. Erling ist eigentlich der erste wieder, von dem ich mir ein Trikot kaufen würde. Und das wegen seiner Art und nicht wegen der Tore. Tore haben auch Aubameyang und Paco geschossen.

    • Hmmm merke gerade dass ich da noch weiter weg bin wie du 😔

      Würde mir auch von Erling kein Trikot kaufen - Ausstiegsklausel