Die hässliche Fratze der Bundesliga

Die Bundesliga ist aktuell der unnötigste Mist auf diesem Planeten! Genau das denke ich mir seit Wochen. Während überall über einen vernünftigen Umgang mit dem Coronavirus diskutiert wird, prügelt die DFL einen Spielplan durch, der menschenverachtend ist. Es kotzt mich an! Nicht nur, dass die Fußballer nun mehrmals getestet werden, während das medizinische Personal jeden Tag aufs Neue mit unzureichenden Schutzmaßnahmen arbeiten muss. Auch der Umgang mit der gesamten Situation: man zwingt Mannschaften zum Spielen, Quarantäne wird es auch bei einem positiven Befund auf Covid-19 nicht geben. Alles nur, um eine Saison zu Ende zu spielen, die wohl viele gar nicht mehr sehen wollen – ich zumindest nicht.


Dabei dann noch diese Selbstgefälligkeit, mit der die Bundesliga sich hinstellt und so tut, als gäbe es nichts Wichtigeres als Profifußball. Immerhin hat sie genug Geld um geltende Regelungen zu umgehen. Ich darf mich nicht mit zwei Freunden an einer Parkbank treffen, aber für die Bundesliga dürfen wie viele Menschen zusammenkommen? Einhundert? Zweihundert? Vielleicht hat die DFL es noch nicht mitbekommen, deswegen schreibe ich es noch mal: Die Bundesliga ist nicht systemrelevant!


Vielleicht ist der Umgang mit dieser Coronakrise für mich auch einfach nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Mit ein paar Sätzen und Handlungen haben die Liga und einige Verantwortliche – ja, auch Herr Watzke – offenbart, was für ein widerlich geldgeiles System der Profifußball ist. Der Sport steht dort nicht im Vordergrund, stand er womöglich noch nie. Ich hatte nur den romantischen Gedanken, dass es in der Bundesliga noch nicht so zugeht wie bei Paris Saint-Germain oder Manchester City. Ich rege mich über RB Leipzig auf, ohne zu erkennen, dass es nur die hässliche Fratze des gesamten Systems ist – und eben keine Ausnahme.


Es gab mal eine Zeit, da war Borussia Dortmund einer der wichtigsten Bestandteile meines Lebens. Da habe ich mich nach Spielplänen gerichtet. Doch das hat schon seit einigen Jahren nach und nach abgenommen. Mittlerweile macht es mir nichts mehr aus, mal eine Halbzeit oder gar ein ganzes Spiel zu verpassen. Ich schaue es mir dann auch nicht mehr in der Wiederholung an. Ich schaue mir womöglich nicht mal die Zusammenfassung an. Das, was für mich den Fußball ausgemacht hat, die Emotionen, ist fast weg. Ich kann mich an Spiele aus 2011 besser erinnern als an den letzten Spieltag.


Und jetzt? Jetzt vermisse ich überhaupt nichts ohne die Bundesliga, ohne Borussia Dortmund. Ich muss mir auch keine alten Spiele anschauen, es langweilt mich nur. Und zu sehen, wie im Fußball über Geld geredet wird, kotzt mich aktuell nur noch an. Selbst wenn nun Geisterspiele stattfinden, ich werde sie mir nicht anschauen. Warum auch? Um mich wieder über diesen geldgeilen Drecksladen aufzuregen? Vielleicht irgendwann wieder, nur erst mal habe ich genug von Fußball. Soll die DFL ihren Mist ohne mich machen.

Kommentare 17

  • Leider sehr wahr und sehr treffend.

    Fand ich es anfangs noch "interessant" das Spiel ohne Zuschauer und Fokus auf reinen Fussball und Emotionen der Spieler auch zu hören ist es in den letzten Woche immer unwichtiger geworden.

    Erst gestern wurde mir wieder bewusst - so sehr ich Borussia auch liebe - im Moment brauche ich es nicht und vermisse es auch nicht.


    Aber es ist nicht nur der Fussball, der sich für das wichtigste hält und "laufen" muss.

    Insofern war und ist Covid 19 offenbar noch nicht genug.

  • Ich sehe im bezahlten Fußball eigentlich nur Täter! An der Verwertungsschraube drehen alle Beteiligten gleichermaßen. Vereine, Spieler, Berater und Vermarkter. In der gespenstischen Debatte um die Fortsetzung der Saison, könnte man in extremer Überspitzung auch davon sprechen, daß hierbei selbst Faninteressen keine Rolle spielen. Der Ball muss rollen, und zwar um jeden Preis. Bin schon sehr gespannt mit welchen Begleiterscheinungen die Spieltage einhergehen werden, und wer dann wieder den Kopf hinhalten darf, um das unter Kontrolle zu halten. Andererseits, und man darf diese ja schon zu strategischen Partnern erklären, bewahrt man Tipico, Bwin und Konsorten vor der Verlegenheit Staatsgelder beantragen zu müssen...... In diesem Sinne, und demnächst wieder mit "cash out"......

    • Sicher tragen alle Ihren Teil dazu bei, aber mir werden die Vereine jetzt zu sehr als "böse Buben" hingestellt und die Spieler rausgenommen. Würden diese auf ihre irrwitzigen Gehälter in der Krise verzichten und im Rahmen von Kurzarbeitergeld in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze entlohnt, bräuchten wir nicht über Geisterspiele diskutieren.

      Ich hoffe jedenfalls, in zukünftigen Verträgen wird zumindest eine "Corona-Klausel" eingesetzt, die die Vereine in Krisenzeiten schützt.

  • Die Geisterspiele gestehe ich ihnen zu. Allein aus dem Umstand heraus, dass dadurch nicht nur Vereine sondern auch andere Berufszweige, die jetzt völlig auf dem Trockenen sind, wieder Arbeit bekommen.


    Interessieren würde es mich auch wenig, aber wenn das für das Überleben der Vereine nötig ist, dann kann ich das akzeptieren. Geil ist es nicht und der verdammte Fußball muss sich danach anders aufstellen.


    Fußball ist aber nur dann schön, wenn man für den ganzen Zirkus den Kopf frei hat. Bei Geisterspielen funktioniert das einfach nicht.


    Ich kann nich da wenig aufregen. Aktuell bekleckern sich viele Branchen nicht mit Ruhm.

    • Glaubst du wirklich, dass sich der Fußball nach der Coronakrise in irgendeiner Form zum Positiven entwickeln wird? Es sind immer noch die gleichen geldgeilen Männer am Werk. Die Fifa, die Uefa, die Ligen, da wird sich nichts und niemand ändern oder womöglich aus Solidarität auf den letzten Cent verzichten. Man sieht doch aktuell, wie sich in dieser Krise jeder Klub selbst am nächsten ist.

  • Mich verwundert es, dass den Vereinen die Komplettschuld zugeschoben wird. Nein, es sind die geldgeilen Spieler, die den Fussbsllbetrieb pervertiert haben. Könnten ja sagen, wir spielen nicht der Gesundheit zu liebe. Dann hätten die Vereine auch was in der Hand die absurden Gehälter nicht weiter zu zahlen und die Vereine könnten überleben. Aber die Millionärspussies tun ja einen Teufel zu verzichten. Um es klar zu sagen - die Spieler sind die Totengräber des Geschäfts und schaufeln sich dabei ihre eigene Grube.

    • Die Spieler holen eben das raus, was möglich ist – und im Fußball ist sehr viel möglich. Die Klubs haben sich das Problem doch zum Teil selbst eingebrockt. Da wird dem Spieler immer mehr und immer mehr Geld angeboten, damit er bleibt. Teilweise viel mehr als wirtschaftlich sinnvoll wäre. Den Fußballer interessiert es eben nicht, was nach ihm passiert.

    • Aha, nach der Logik ist also immer der Erpresste schuld, aber nicht der Erpresser.

      Die Vereine müssten sich jetzt mal alle einig sein und die Gehaltszahlung an die Spieler komplett stoppen. Keine Leistung - kein Geld. Dann würde man die Saison auch absagen können. Es wäre zudem ein schöner Charaktertest. Spieler, die das ablehnen, könnten direkt zum Teufel gehen.

    • Das gesamte System ist krank, die Spieler sind nur ein Teil davon. Der Fußballer wechselt zu dem Verein, der ihm das meiste Geld bietet (vereinfacht dargestellt). Genauso wie die Ligen und Vereine TV-Rechte, Stadionnamen, Werbeflächen usw. an die Unternehmen verkaufen, die das meiste Geld bieten.

    • Wer zwingt den Spieler denn zu wechseln?

      Die Vereine müssen immer höhere Einnahmen generieren, um den Spielern den Hals zu stopfen. Gäbe es auch nur einen Funken Vereinstreue, könnte diese ganze Spirale wieder zurückgedreht werden.

      Und dazu, dass die Vereine sich dem an den Hals schmeißen, der das meiste Geld bietet - ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster, dass wir in Dortmund niemals ein Emirates-Stadion oder einen Quatar-Schriftzug auf dem Trikot sehen werden.

    • So, wie wir auch immer noch ein Westfalenstadion haben? Borussia Dortmund ist auch nur noch ein (börsennotiertes) Unternehmen. Wir machen die Trainingslager in Asien doch nicht, weil die Luft dort so gut ist. Am Ende geht es auch für den BVB nur um den finanziellen Gewinn.

  • Danke - 1:1 gilt das auch für mich.

    Leider bleiben "Arbeiten" wie die von Skeletor mit den jeweiligen Spieltagszusammenfassungen meine Person betreffend für'n Arsch - interessiert einfach nicht mehr.

    An anderer Stelle hatte ich noch zugestimmt, dass mir wenige Spiele wie die DERBYs bleiben - als Highlights ... wie genügsam!


    Im Zusammenhang mit Corona und den Äußerungen unseres Oberen hierzu sehe ich die Attentat-Interviews nun wohl deutlicher. Nicht gut...

  • Habe auch wenig Lust auf die Bundesliga.


    Die Auftritte von Watzke in der Öffentlichkeit wo es nur um Geld und nicht um Gesundheit ging, haben mich da auch sehr deillusioniert.

    Natürlich verstehe ich auch deren Seite, das da viele Arbeitsplätze dran hängen. Aber der Fußball tut ja so, als wären sie die einzigen, die unter dieser Krise leiden und Existenzängste fürchten müssen.


    Aber ja, diese Krise zeigt ziemlich deutlich, worum es hier geht im Profifußball. Nie wurde es klarer vor Augen. Letztendlich besteht die ganze Bundesliga aus 36 RB Leipzigs.

    Ob der BVB jetzt 500.000 Fans hat oder 500 spielt ja gar keine Rolle, kommt ja eh überhaupt nicht auf die Leute im Stadion an.

    Haben hier ja auch Leute im Forum, die sich für Geisterspiele aussprechen, nur um endlich unseren BVB wieder zu sehen.

    Ich frage mich allerdings, ob man wirklich unseren BVB sieht, wenn man sich ein Geisterspiel gegen Schalke (ausgerechnet) ansieht?

    Für mich gehört zu einem Verein eben nicht nur das Trikot und 11 Leute auf dem Platz, sondern auch das ganze drumherum. Choreos, Fangesänge, Lautstärke, Pfiffe und Jubel... Erst dann ist das für mich wirklich der BVB den ich sehen will, der Rest ist doch nur eine seelenlose Hülle, die zufällig bekannte Farben trägt.

    Aber sicherlich ist nach Watzkes Auftritten die Beziehung zwischen mir und dem BVB etwas erkaltet. Das braucht auch wieder Zeit.


    Mich hat das Spiel gegen PSG total kalt gelassen, war aber bei der vollen Hütte zwischen Glasgow und Leverkusen ein Tag später viel mehr drin... einfach wegen der Atmosphäre, die mich auch vor dem Monitor mehr emotionalisiert.


    Leider befürchte ich zusätzlich, dass aus der Corona Krise keine Schlüsse für die Zukunft gezogen werden, die das ganze Konstrukt weniger labil macht. Dieses dumme Wettrüsten lässt das ganze Gebilde auf Kante nähen. Fällt schon ein Spiel aus, bricht bereits das ganze Kartenhaus zusammen. Werden in Zukunft die Vereine mehr vom TV Geld in das eigene Sparschwein stecken, um zur Not auch eine verkürzte Saison zu überstehen? Ganz bestimmt nicht.

    Ist wahrscheinlich wegen des internationalen Wettbewerbs mit all seinen mittlerweile zusätzlichen Bedingungen, Staatsvereine mit nahezu unerschöpflicher Geldquelle als Beispiel, wohl kaum möglich, leider :(