Sichtweisen eines Erfolgfans

Samstag ging es mir auf der Tribüne richtig schlecht. Nicht nur bildlich gesprochen.

Ich habe mich über die Entscheidungen von Zwayer dermaßen aufgeregt, dass mir speiübel und zeitweise schwarz vor Augen wurde.

Als sich die Mannschaft nach dem Spiel von der Südtribüne verabschiedete und ich auf der anderen Seite das GEsocks feiern gesehen habe, hatte ich Tränen der Wut in den Augen.

Derby-Niederlagen nehmen mich besonders mit. Wenn sie so Zustande kommen um so mehr.

Die Meisterschaft war mir in dem Moment völlig egal. Vom größten und verhasstesten Gegner so gedemütigt zu werden schmerzt viel mehr.


Warum darf der Pfeifenmann unbehelligt in die Kabine?

Wo ist die Rudelbildung?

Wo der Trainer, der mit wutverzerrtem Gesicht auf den Schiri los geht?

Wo war er eigentlich während des Spiels?


Gedanken, die mir direkt durch den Kopf schossen und mich auch heute noch beschäftigen.


Später höre ich die Interviews, Favre regt sich in seiner drolligen Art über das Handspiel auf. Richtig so.

Aber wo bleibt die Empörung über die permanente Ungleichbehandlung während des kompletten Spiels, die in zwei rote Karten gegen uns mündete?

Stattdessen die fatale Äußerung, dass die Meisterschaft verspielt ist.

Dieser Mann will unsere Mannschaft also zum Titel führen (oder halt auch nicht).

Watzke und Zorc fangen diese Aussagen so schnell es geht wieder ein, aber wie will Favre die Zweifel an ihm, die er schon bei mir gesät hat, aus den Köpfen der Mannschaft kriegen?

Hinzu kommt das Interview Bürkis, der unverhohlen davon spricht, dass Bedenken der Mannschaft hinsichtlich des Systems nicht ernst genommen werden.

Nach dem Bayern-Desaster war Ähnliches von Reus zu hören.

Auf einmal ergeben in diesem Kontext auch Frustfouls Sinn.


Nimmt man all dies zusammen, sollte es erlaubt sein, eine Vertragsverlängerung mit Favre in Frage zu stellen.

Ich will vorher sehen, wie es nächstes Jahr weiter geht.

Und man entschuldige mir die Vermutung, dass ich nicht an eine positive Weiterentwicklung glaube.

Zu eklatant scheint der Riss zwischen Mannschaft und Trainer zu sein.

All dies muss nach der Saison auf den Tisch, egal, ob Meister oder nicht.


Und nur mal so, in dem Zusammenhang ist mir die Schale vollkommen Schnuppe!

I.c.h. konnte schon fünfmal die Meisterschaft mit dem BVB feiern, Marco z. B. noch nicht.

Deshalb habe ich einfach Angst, dass da etwas in der Mannschaft kaputt geht, was nicht mehr zu kitten ist.


Also geben wir jetzt zusammen alles für Marco und unsere Borussia. Holen wir das Ding nach Dortmund.


Und wenn mich dieser Wunsch zum Erfolgsfan macht, dann ist das halt so …

Dann kam der Zeitpunkt, als mir klar wurde, dass der Schlumpf, der alles und jeden hasst, der einzige Normale ist.

Und nicht diese anderen manisch-gutgelaunten Psychopathen.

Kommentare 15

  • ... ;-)

  • Dieses Totschlagargument mit dem Eventfan ist langsam ausgelutscht. Das hast Du nicht nötig.


    Ansonsten schließe ich mich Ermels Argumentation an.

    • Ich finde, wenn gerade man in anderen Threads so hingestellt wird, kann man das gerne auch benennen.


      Jetzt mal rein aus Interesse, habt ihr von den Sitzplätzen das wirklich nicht so empfunden?

      Um mich herum hat jedenfalls alles geschäumt vor Wut.

    • Die Schiedsrichterleistung haben wir ebenfalls als desolat empfunden und auch die rote Karte gegen Reus nicht verstanden. Wir haben aber nicht auf den Trainer eingedroschen.

    • OK, gehen wir davon aus, dass Favre alles richtig macht.

      Willst Du Reus und Bürki rauskicken?

    • Wie kommst Du darauf? Wo liest Du das bei mir heraus?

    • Weil mindestens die beiden ein Problem mit Favre haben.

      Wenn nun der Trainer nicht kritisiert werden darf, wo sind die Alternativen?

      Alle machen weiter wie bisher und gucken zu, wie die Karre vor die Wand donnert?

      Ich habe von Vize-Meistern gehört, die in dieser Saison richtig Probleme haben.

  • Das Spiel wurde weder durch Favre verloren noch durch den Schiedsrichter, sondern durch


    1. eine fürchterliche Auslegung der Handspiel-Regel in der BL aktuell

    2. die eklatante Schwäche bei Ecken/Freistößen in den BvB Strafraum

    und

    3. zwei selten dämliche Fouls, die jeweils eine klare rote Karte waren.


    Natürlich hätten auch die Blauen schon vorher ein Mann weniger sein können, aber sie sind eben nicht von hinten in die Spieler reingegrätscht, sondern von der Seite, was eben den Unterschied macht zwischen Gelb und Rot.


    Vielleicht sollten die Herren Spieler sich erst einmal an die eigene Nase packen ehe sie öffentlich (hallo Herr Bürki) Kritik am Trainer üben. Beim 1:2 ist der Torschütze von 3 Spielern des BvB umringt und kann dennoch unbehelligt einköpfen. Das soll jetzt der Fehler des Trainers sein?


    Favre war und ist kein Lautsprecher, das wussten wir alle vorher. Er ist kein Einpeitscher. Auch ist er keiner der das Team von der Seitenlinie aus wachrüttelt. Das wusste man aber schon vor der Verpflichtung. Wieso jetzt, nach einer der besten Saisons, die der BvB gespielt hat, der Trainer das Problem sein soll, erschließt sich mir einfach nicht.

    • zu 1) Bleibt aber immer noch im Ermessensspielraum des SR, ob er das so auslegt.

      zu 2) Von z. B. Bürki benannt, Favre hält trotzdem an Raumdeckung fest.

      zu 3) Wie schon geschrieben Ungleichbehandlung. Denn Gelb + Gelb ergibt auch Gelb-Rot. Calliguri und Ballerknaller hätten gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Dann wären die zwei Roten für uns gar nicht entstanden.

      Ich bleibe dabei, der Schiri hat dieses Spiel entschieden und dann kann ich als Trainer auch gerne mal aus der Haut fahren.

      Zu jeder Phase des Spiels hatte man das Gefühl, dass Zwayer genau auf diese Situationen wartet, um sie gegen uns auszulegen.

      Was ein Schiri, der im Hoyzer-Skandal verwickelt war, noch in der Bundesliga zu suchen hat, bleibt eh ein Rätsel.

    • zu 1) Alle Schiedsrichter-Experten sind sich einig, dass nach aktueller Vorgabe dies ein klares Handspiel war. Keine Ermessensentscheidung. Will man das so nicht muss man die Vorgaben ändern.


      zu 2) Schau Dir die Szene an, das war keine klare Raumdeckung. Außerdem wer sagt eigentlich dass eine Manndeckung besser gewesen wäre? Der Blau springt einfach über seine 3 (in Worten: DREI) Gegenspieler drüber, wieso sollte das gegen einen besser werden?


      zu 3) Ich zitiere hier noch einmal gerne Collinas Erben:
      https://www.n-tv.de/sport/fuss…-war-article20993001.html


      Auch auf Schalker Seite gab es zwei rüde Fouls, die denen von Reus und Wolf auf den ersten Blick ähnelten. Begangen hatten sie Serdar in der 36. und Weston McKennie in der 72. Minute, beide Male zückte Zwayer nur die Gelbe Karte. Doch auch in diesem Fall kann man dem Referee folgen, wenn er etwa zum Foulspiel von McKennie an Axel Witsel sagt, der Schalker sei nicht von hinten, sondern von der Seite eingestiegen und habe auch nur ein rücksichtsloses, aber kein brutales Vergehen begangen. Entscheidend dafür ist das sogenannte Trefferbild, wie es in der Schiedsrichtersprache heißt. Damit ist gemeint, wie und wo ein Gegner bei einem Foul getroffen wird.