AUF DEM WEG ZUM ZIEL ...

Es war ein bitterer Abend. Verdammt bitter und irgendwie nicht zu erwarten. Eine Klatsche, die weh tut. Und nun? Schreiben wir jetzt die Meisterschaft ab? Stellen wir das Fußballspielen ein, weil uns die Bayern vorgeführt haben?

Nein, das wäre nicht borussen-like. Man kann fallen, aber wichtig ist, dass man wieder aufsteht.

Was ist denn passiert? Wir haben einen mickrigen Punkt Abstand.

Hat jemand behauptet, dass es einfach wird Meister zu werden? Wir müssen uns das erarbeiten.

In München bekommt man Titel geschenkt. Aber darum ist eine Meisterschaft mit dem BVB auch so unsagbar viel mehr Wert, als die x-te Meisterschaft der Steuerhinterzieher, Schmuggler und Ehebrecher.

Wir können dem lieben Gott jeden Tag dafür dankbar sein, nicht Teil dieser verkommenen Gesellschaft zu sein. Da nehme ich gerne eine Klatsche in Kauf.


Und jetzt ist Schluss mit dem Gejammer!

Sollen sich die Bazen das 5:0 einrahmen – Meister werden sie trotzdem nicht. Punkt.

Das werden dieses Jahr wir. Warum? Weil wir es mehr wollen!

Den Bayern ging es doch Samstag nicht um die Schale. Die wollten ihren ärgsten Gegner demütigen. Allein, dass wir das sind, sollte uns mit Stolz erfüllen.

Und kappt es nicht? Dann bin ich trotzdem dankbar für eine in weiten Teilen grandiose Saison.

Bin dankbar für einen Paco der einschlug wie eine Bombe, einen Marco, der zum Leader gereift ist, einen Sancho, der uns alle verzaubert, Mario, den ich nicht mehr ganz so unlieb habe, einen neuen Kinderriegel, Witsel und Delaney die wieder Stabilität geben und Bürki, der sich zu einem Spitzen-Torhüter mausert.

Diese Jungs haben es nicht verdient auf ein Spiel reduziert zu werden.

Und wenn wir verlieren, dann zusammen und mit erhobenem Haupt.

Wir sind Borussen.

KEINER KANN UNS HALTEN!

Ich hab‘ mich nie verbogen,

das ist alles was ich weiß.

Und ich laufe gerade weiter,

denn so schließt sich für mich der Kreis.

(Peter Maffay)

Kommentare 2

  • Das Spiel am letzten Samstach habe ich in sehr ungewöhnlicher Umgebung geseh'n: Im Preußischen Landwirtshaus, dem Strobels der Hertha gewissermaßen, weil wir zuvor aus Solidarität mit einigen KollegInnen im Fortuna-Gästeblock gestanden hatten.


    Diese sowohl als auch die natürlich mehrheitlich anwesenden Hertha-Fans waren ebenso entsetzt wie wir, weil sie ein anderes Spiel und vor allem ein anderes Ergebnis gewollt hatten. Hätte es das gegeben, wäre es ein langer, feuchtfröhlicher Abend geworden. Und es wäre nicht nur wegen des Minimalkonsens' Anti-Buyern gewesen. Aber - wäre, wäre, Fahrradkette.


    Die Stimmung passte jedenfalls genau zu Deinem "Die wollten ihren ärgsten Gegner demütigen. Allein, dass wir das sind, sollte uns mit Stolz erfüllen."


    Und das tut es. Das werden wir am nächsten Samstag zeigen!

  • Die wollten ihren ärgsten Gegner demütigen. Allein, dass wir das sind, sollte uns mit Stolz erfüllen.[...]

    Dann bin ich trotzdem dankbar für eine in weiten Teilen grandiose Saison.[...]

    Diese Jungs haben es nicht verdient auf ein Spiel reduziert zu werden.


    Ich habe die für mich prägnantesten und wichtigsten Sätze mal kopiert. Nachdem ich den Schreck am Samstag verdaut habe, kann ich Deinen Artikel - jedoch vor allem diese Sätze - voll und ganz unterschreiben.


    Ja, ich war entsetzt, wie wenig Gegenwehr wir gezeigt haben. ABER: Eine junge Mannschaft, der die Erfahrung fehlt und die die Tatsache, evtl. schon in diesem Spiel einen großen Schritt Richtung Meisterschaft weniger als Chance denn als Last gesehen hat und sich durch diese "Bürde", einmal mehr durch die Konsequenz der eigenen Fehler während des Spiels, verunsichern ließ, darf nicht nur Fehler machen, sie MUSS sie machen und machen dürfen. Nur dann werden sie besser und bleiben auf dem Boden. Und ich bin sicher, Samstag werden sie es besser machen.


    Danke, Björn, für Deinen Blog, der in wenigen Sätzen ausdrückt, was Borussia und die Fans auszeichnet.